Lesen ist für mich fünfzig Prozent Arbeit und fünfzig Prozent Hobby, aber macht die ganze Zeit Spaß. Ich habe meine gelesenen Bücher aus dem letzten Jahr Revue passieren lassen, und hier sind meine fünf Lieblinge:
- Bücherstadt von Akram El-Bahay ist der Auftakt einer liebevoll ausgearbeiteten Welt voller Bücher und Fabelwesen – kein Wunder, dass mich das Worldbuilding auf Anhieb mitgerissen hat. Obwohl das Konzept nicht unbedingt neu ist, macht es mir jedes Mal aufs Neue Spaß, eine Stadt voller Bücher zu erkunden, und es ist (leider) immer noch eine neue Erfahrung, die Fabelwesen des Orients zu entdecken.
- Ein Klassiker: Shakespeares A Midsummer Night’s Dream habe ich als Referenz für eine Kurzgeschichte gelesen. Es hat viele Jahre gedauert, bis ich gelernt habe, Shakespeare zu schätzen, aber mittlerweile kann mir der (möglicherweise buchstäbliche) Fiebertraum seiner Komödien viel Spaß bereiten. (Und ich freue mich jedes Mal, wenn ich ein Wort finde, das von Shakespeare popularisiert wurde!)
- The Girl in the Tower von Katherine Arden ist die Fortsetzung von The Bear and the Nightingale und bringt das fabelhafte Märchengefühl der russischen Mythologie mit dem langsamen Terrorgefühl eines Schneesturms zusammen. Ardens Weltenbau versetzt mich auf jeder Seite wieder und wieder in Hochachtung für ihre Bildsprache.
- Ist es etwas unverschämt, das Buch einer guten Freundin, an dem ich ein bisschen mitgearbeitet habe, auf diese Liste zu setzen? Nicht, wenn es ein gutes Buch ist! Die Anderswelt-Abkürzung von A. M. Amberg ist der zweite Teil ihrer Jugendfantasy-Reihe und mit genauso viel Liebe zum Detail geschrieben wie der erste Teil. Ich verfolge die Entstehung dieses Romans schon seit Jahren und freue mich riesig, dass ihr die Geschichte mittlerweile auch alle lesen könnt! Die Adaption von Mythen aus aller Welt in einem Internat-Setting in den französischen Vogesen bringt eine Spannung zwischen Normalem und Übernatürlichem hervor – und alles durch die Perspektive von mehr und weniger chaotischen Teenagern erlebt.
- Just Stab Me Now von Jill Bearup hat eine einzigartige Entstehungsgeschichte: Eine Serie von YouTube-Shorts, nämlich eine Meta-Parodie des Schreibprozesses im Fantasy Genre an sich, hat so viel Handlung entwickelt, dass Bearup tatsächlich ein Buch daraus machen konnte. Dabei beweist sie, dass ihr Witz, Sarkasmus und die Aufarbeitung von Genre-Tropen auf der Buchseite genauso gut funktionieren wie in Videoform, und packt einen ganzen Stapel an Metaebenen in ihre Geschichte.
(Als Tipp: Hier könnt ihr Bearups aktuelle Meta-Serie aus dem Sci-Fi Genre anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=BNjtVSSBd8g)

