Meine Lieblingsbücher und ihr Einfluss

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Was sind meine Lieblingsbücher und wie haben sie mich geprägt? Ich musste mir einige Tage lang Gedanken darüber machen, welche Titel ich in diese Kategorie aufnehmen möchte, denn ich bin einer der Menschen, die keine Antwort auf Fragen nach Lieblingsfarbe oder Lieblingsfilm parat haben, egal, wie oft die Sprache darauf kommt. Ich kann immer erklären, welche Werke großen Einfluss auf meinen Geschmack und mein Verständnis vom Geschichtenerzählen haben, aber sind das auch meine Lieblingsbücher?

Teilweise überschneiden sich beide Listen. Ich komme regelmäßig in meiner Suche nach bekannten Beispielen und Referenzen auf die Percy Jackson-Reihe und Tintenherz zurück. Ich greife auf diese Bücher zurück, wenn es um Mythologie-Adaptionen oder Kinderbücher oder Metafiktion oder gute erfolgreiche Autor*innen oder einfach nur gute Beispiele geht. Ich rede über Cornelia Funke, wenn ich beschreiben will, dass auch hervorragende Autor*innen wissen sollten, wann ihre Reihen zu Ende sind. Ich spreche über Rick Riordan, wenn ich erklären will, dass Nostalgie nicht inhärent negativ ist und dass es Methoden gibt, um eine Welt so zu erweitern, dass sich neue Geschichten in ihr wirklich neu anfühlen – auch wenn sie nur ein altes Konzept neu denken.

Allerdings führe ich Die Flüsse von London oder Rubinrot selten in literarischen Gesprächen als Beispiele auf, obwohl ich diese Bücher in meiner Jugend gerne und oft gelesen habe (und ich Ben Aaronovitchs neue Bände weiterhin kaufe, lese und Spaß an ihnen habe) und ich sie auch als gute Bücher bezeichne.

Darüber hinaus nimmt die Discworld-Reihe einen ganz besonderen Status unter meinen Lieblingsbüchern ein, weil ich die Reihe erst als Erwachsene kennengelernt habe und ich noch mitten im ersten Lesen stecke – ich fühle keine Nostalgie zu ihr als Kindheitsleseerfahrung, sondern genieße das Erkunden noch aktuell. Ich bringe Terry Pratchett als Beispiel an, wenn es um Funtasy oder Satire und Gesellschaftskritik geht, aber die Scheibenwelt ist noch nicht so tief in meinem Unterbewusstsein verankert, dass ich sie instinktiv als Referenz für alle Lebens- und Literaturlagen verwende, wie es bei Percy Jackson der Fall ist.

Die Bücher, die ich seit meiner Kindheit liebe, beeinflussen als Vergleichspunkte für alle anderen Bücher, wie ich diese neuen Leseerfahrungen beurteile. Cornelia Funke, Kerstin Gier und Rick Riordan werden für mich immer Standards der Phantastik sein: Jede neue Mythologie-Adaption werde ich an Percy Jackson messen, jeder Romance-Subplot wird mit Rubinrot verglichen und jedes Buch über die Liebe zu Büchern steht in meinen Gedanken neben Tintenherz.

Natürlich gibt es aber Bücher und Autor*innen, die einen gewaltigen Einfluss auf mich und die Phantastik generell – zu Recht! – haben, ohne dass ich sie zu meinen Lieblingen zähle: J. R. R. Tolkien, Ursula K. LeGuin, Michael Ende, Tad Williams, Stephenie Meyer oder Kai Meyer seien genannt. Ich habe ihre Bücher gelesen und das gerne, und ich kann ihren allgemeinen Einfluss schätzen – aber es sind eben nicht meine Lieblingsbücher. Das bedeutet nicht, dass es schlechte Bücher oder Geschichten sind – nur dass sie nicht zu meinen absoluten Lieblingen gehören. (Und ja, es gibt offensichtliche Lücken in meiner Aufzählung, über die ich aus bekannten Gründen keine öffentlichen Kommentare mehr abgebe.)

Was sind eure Lieblingsbücher und wie beeinflussen sie euch?