Messen sind einer meiner Lieblingsteile der Buchbranche. Ich besuche seit Jahren regelmäßig die Frankfurter Buchmesse im Herbst, ich habe bei der Leipziger Buchmesse vorbeigeschaut und ich treibe mich liebend gerne auf kleineren lokalen Messen und Conventions herum. Was gefällt mir also an Messen so sehr?
In erster Linie finde ich es einfach toll, von zahllosen Büchern umgeben zu sein. Wenn ihr schon einmal in Frankfurt in eine der Messehallen hineingegangen seid und sofort meterhohe Buchregale erlebt habt, kennt ihr das Gefühl sicher. Seit ich professionell in der Buchbranche arbeite, sind die Messen natürlich ein Werkzeug für Akquise und Netzwerken geworden, aber der Spaß am Buch steht bei mir immer an erster Stelle. Ich möchte hier aber nicht über die großen Buchmessen reden, diese kennen wir schließlich alle. Ich habe in den letzten Jahre wunderbare Erfahrungen mit kleinen lokalen Messen und Conventions gemacht und bin der Meinung, dass wir alle mehr davon erkunden sollten.
Deshalb habe ich das letzte Aprilwochenende auf gleich zwei Buchmessen verbracht: die MarburgCon und die erste Viernheimer Buchmesse.

Die MarburgCon findet seit Jahren in Niederweimar (bei Marburg natürlich) statt und ist ein Eckpfeiler der Phantastik-Szene in Mitteldeutschland. Die Con ist klein, gemütlich, kostenlos (Spenden erbeten) und richtig gut besucht.
Mein Con-Tag begann in der Bahn, die überraschend pünktlich unterwegs war. Die Bahnfahrt von Frankfurt nach Marburg ist an sich schon eine landschaftlich schöne Reise. Auf der Con angekommen, habe ich ziemlich sicher an jedem Stand angehalten und mich mit wunderbaren Buchmenschen unterhalten. Es ist ironisch, dass ich als introvertierter Mensch überhaupt keine Probleme damit habe, wildfremde Menschen an Messeständen anzusprechen, aber das liegt bestimmt an der Magie der Geschichten, die uns alle verbindet.
Ich werde die MarburgCon jedenfalls in die zukünftige Rotation meiner Messebesuche aufnehmen. Ich freue mich schon, euch nächstes Jahr (wieder) dort zu sehen!
Auch nach Viernheim ging es für mich mit der Bahn. Im Großraum Mannheim sind die Verspätungen zwar häufiger, aber es hat trotzdem relativ gut geklappt. Im Gegensatz zum Marburger Verein für Phantastik haben Vernes Federn, ein noch junger Autor*innenzirkel, der von Odine Raven und Christian Metzger ins Leben gerufen wurde, diesen Frühling zum ersten Mal die Viernheimer Buchmesse organisiert. Die ganze Stadt ist offensichtlich mit Begeisterung und Elan zusammengekommen, um ihr Lesevergnügen zu teilen.
Die Viernheimer Buchmesse war nicht speziell auf Phantastik ausgelegt, aber da Vernes Federn Fantasyautor*innen sind, gab es dennoch eine Vielzahl an phantastischen Ständen. Ich hatte in Viernheim sogar einige Begegnungen mit Buchmenschen, die ich samstags schon in Marburg getroffen hatte. Natürlich habe ich auch hier jeden Stand besucht. Um die Messe herum gab es außerdem einige Lesungen zu entdecken, und kulinarisch bot der Sonntag einiges. Sämtliche Viernheimer Vereine haben ihren Beitrag geleistet.
Ich hatte richtig viel Spaß in Viernheim, und auch die Organisator*innen waren sichtlich erfreut über den Erfolg ihrer kleinen Messe. Es ist noch unklar, wann die nächste Buchmesse in Viernheim stattfinden wird, aber ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein!

Was habe ich an meinem Wochenende der kleinen Messen also alles mitgenommen? Spaß, Kontakte, vier Bücher im Direktkauf und circa fünfzehn Fotos von Büchern, die ich in der Zukunft lesen will (und die teilweise schon bestellt sind). Wir sehen uns auf der nächsten Messe!